Ist Rock´n´Roll gesundheitsschädlich??

April 3, 2020

 

 

Wenn man sich mal so einige Songtitel anschaut, fällt auf, dass hier so einiges zu sich genommen wird was nicht unbedingt den Vorgaben der WHO entspricht.

Da gibt es Glen Glenns "a cup of coffee and a cigarette" oder "burnt toast and black coffee" im Original von Shorty Long. Nicht also was gesundes, wie einen Obstsalat und 'nen Kräutertee. Und warum das?

Weil die schönen Rock'n'Roll Frauen die armen Kerle verlassen haben oder ihnen einfach den Verstand rauben und eben nix anderes im Haus ist.

Diese beiden Songs wurden von unzähligen Bands gespielt und aufgenommen, scheint also kein Einzelfall zu sein. Die Steigerung ist dann, wenn der Alkohol dazukommt.

Bei A.J. and the Rockin‘ Trio sogar schon bevor die Beziehungsprobleme überhaupt anfangen (girls wine kiss & love). Pike Cavalero bring sich mit „coke’n’rum“ in Stimmung für den Abend, natürlich auch wieder als Mutmacher zum Anquatschen von Mädels, so nimmt dann das Unheil wieder seinen Lauf. Was dabei laut Carl & the Rhythm Allstars herauskommt, klingt logisch: „drunk lonlely man“
Trinken geht aber natürlich auch ohne Frau als Schuldige, also quasi einfach so. „Booze, booze, booze“ fordert Charly Hightone, der auch gerne mal „drunk again“ ist und er liefert mit dem „hangover blues“ auch gleich was für den Tag danach. Die Caravans trachten nach „more whiskey“ um sich die Lichter vollends auszuknipsen und dann kommt der nächste „hangover“ von den Rhythm Torpedoes.

Oder es ist Wochenende und wo geht man zuerst hin? Die Royal Flush z.B. gehen erstmal zum „Liquor Store“. Der „Beer Truck“ von den Booze Bombs muss ohne Gesang auskommen und wenn er dann zum Stehen kommt, heißt es sogleich: „gimme a beer“. Auch dem „ice cold whiskey“ ist man nicht abgeneigt, schließlich muss dem Bandnamen ja Rechnung getragen werden.

 

Und so bleiben auch die netten Schwarzwälder letztendlich

 nicht vom „hangover blues“ verschont. So geht das immer weiter. Bands benennen sich nach alkoholischen Getränken wie Moonshiners, Blue Ribbon Four oder einfach so nach Suff wie die Booze Bombs, Mess of Booze oder Panhandle Alks. Von wegen „nur noch auf ein Bier“ - Isi, da bleibt‘s doch nicht dabei! Aber der „Alk-A-Billy lebt noch immer“ und reitet auf dem „Alk-A-Billy Trail“ in den Sonnenuntergang.

Crazy Cavan (RIP) ging sogar soweit, zu sagen, er wäre ein „rockin alcoholic“, singt über „rockin and drinkin‘ all the time“ und „a bottle of wine taste so fine“. Hey, die kommen aus Wales, ich war da schon, da bleibt man besser beim Bier.
Aber kommen wir zu den echten Weintrinkern. „Drinkin‘ wine spo-de-o-dee“, die Aufforderung sich die Kante zu geben und ordentlich über die Stränge zu schlagen, schlechthin.

Im Original von Stick McGhee schon 1949 aufgenommen, wurde es aber über die Jahre von allem was Rang und Namen hat ebenfalls eingespielt: Jerry Lee Lewis, Johnny Burnette, Crazy Cavan, um nur ein paar zu nennen. Gesitteter geht es bei Ray Campi und „wine is fine“ zu, das klingt doch schon eher nach Genuss und nicht nach „rin in de Kopp, et darf net schmecke“ und dann Krawall und Remidemi. Der gleichen Meinung ist auch Lily Moe. Die sympathische Schweizerin behauptet dann sogar noch „I’m a wine drinker“, was ich als Bewohner einer Weinregion natürlich nur begrüßen kann.

 


Alles in allem wird in der Tat sehr oft nach dem Barmann gerufen, „hey bartender“ und das schon seit Floyd Dixon das 1955 aufgenommen hat. Und es bleibt wie so oft nicht bei einer Bestellung, nein: „draw one, draw two, draw three, four glasses of beer“.
Muss ich mir jetzt ernsthaft Sorgen machen? Ist der Rock'n'Roll Lifestyle etwa gesundheitsschädlich?
Da habe ich gerade leider keine Zeit drüber nachzudenken, ich muss jetzt nämlich auf’s Weinfest. Und außerdem, so sagt man, wurde der Gin Tonic ursprünglich zur Malaria Prophylaxe erfunden.

In diesem Sinne, Prost.

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