Festivals bis der Arzt kommt!

May 4, 2019

Wenn runde Geburtstage anstehen, kommen irgendwie automatisch die Gedanken, ob und wie man sie begehen möchte. Diese zu feiernden 50 Jahre passen natürlich prima zu den 50er Jahren (Achtung, schlechtes Wortspiel). Und so ist während der morgendlichen Bahnfahrt zur Arbeit die fixe Idee gereift, diese Zahl irgendwie in eine Festival Tour zu verwursteln.


Der Plan lautete zu Anfang: in diesem Jahr 5 Rock’n’Roll Festivals in 5 verschiedenen Ländern zu besuchen, Deutschland mitgerechnet. Ran an die Recherche, was könnte uns denn da so in Europa gefallen, wieviel Urlaub wird benötigt, bekommen wir den auch zu den gewünschten Terminen und wie sind die Festivals übers Jahr verteilt. Nicht zuletzt, was kostet der ganze Spaß inklusive Anreise und Unterkunft. Also los geht’s und schnell wird klar, das wird nicht einfach. Schon die Anzahl der Festivals ist erstaunlich groß. Und dabei wurden erstmal nur Festivals von mindestens 2 Tagen Länge in Betracht gezogen, damit sich die Anreise auch lohnt. Die eintägigen Veranstaltungen im Einzugsbereich kann man ja sowieso mitnehmen.
 

Der Walldorf Weekender feiert am Pfingst-Wochenende Anfang Juni seinen 20sten Geburtstag (noch ein Runder) und liegt quasi vor der Haustür. Er ist somit gesetzt und verlangt auch keine planerische Höchstleistung. Als Heimschläfer kann man außerdem Kosten sparen. Somit fehlten nun noch 4 weitere Länder. Eine Woche vor Walldorf ist in der Nähe von Straßburg das Elsass Rock and Jive Festival. Da wäre man auch in einer knappen Stunde dort. Das Festival ist Großteils Open Air und kostet nur ein paar Kröten. Klar ist das jetzt nicht das ultimative Szene Festival, aber es wurde in den letzten Jahren immer ein sattes Rahmenprogramm mit Pin Up Wettbewerb und jeder Menge Burlesque Workshops und Shows geboten. Außerdem hatten dort immerhin schon Bands wie die Spunyboys, Ruby Ann, Marcel Bontempi, Delta Bombers, Ray Collins Hot Club und Slim Jim Phantom gespielt. Leider musste ich zur Kenntnis nehmen, dass das Festival dieses Jahr pausieren wird, da es sich scheinbar nicht trägt. 2 € für nachmittags und 10 € für die Abendshows war wohl doch zu wenig. Für 2020 ist der Termin aber schon wieder zum Vormerken auf der Facebook Seite eingetragen.

Weiter geht’s mit der Recherche. Klar war auch das Route 66 in Aarburg / Schweiz, das am ersten September-Wochenende stattfindet. Das hatte uns letztes Jahr so gut gefallen, dass wir gleich nach Bekanntgabe des Termins das Hotel gebucht haben. Wir wussten zwar noch nicht, wer alles spielen wird, aber egal - das Festival ist einfach schön und wir vertrauen mal auf die Organisatoren. 3 Tage nach Ende des Route 66 beginnt im spanischen Calafell das High Rockabilly. Laut Veranstalter ist das „the hottest party on earth“. Bliebe also genug Zeit um von der Schweiz nach Hause zu fahren und die Koffer umzupacken. Der Frankfurter Flughafen ist nicht weit. Hotelrecherche, was Passendes gefunden, Tickets und Flug gebucht. Jetzt standen weiterhin 2 noch zu bereisende Länder aus. England sollte natürlich dabei sein. Nur leider passen die Termine von Rockabilly Rave, Hemsby (Frühjahr), Rhythm Riot so gar nicht in unseren Urlaubsplan. Genauso wenig wie Southport Rumble, Atomic Festival, Welsh Rockabilly Party und Shakedown Weekender. Zum Teil sind das auch Camping Weekender und wir sind mittlerweile schlicht zu bequem und wollen lieber im bequemen Hotelbett schlafen. Je intensiver man sich mit dem Thema beschäftigt, desto mehr wird einem klar, wie umtriebig doch unsere Szene ist. ​

 

Es vergeht übers Jahr gesehen wirklich fast kein Monat, in dem es kein Festival gibt. Das war mir vorher gar nicht so bewusst. Allein mit deutschen Weekendern könnte man schon das komplette Jahr füllen. Moersquake, Firebirds, Pulman City, Brandenburger, Summer Shelter und und und. Es sind von normalen Oldie Festivals – für sagen wir Jedermann - bis zu wirklichen Szenefestivals für alle Bedürfnisse Veranstaltungen zu finden. In diesem Sinne wurde dann auch gleich ein Hotelzimmer für das Oldie Town Festival in Wolframs Eschenbach gebucht. Beim Wort Oldies stellen sich mir normalerweise die Nackenhaare aber Freunde sagten uns, dass es in einem schönen Fachwerkstädtchen stattfindet und man für 12 € (für’s ganze Wochenende) einige tolle Bands wie die Go Getters, Cherry Casino, Lily Moe & the Roundup Boys, Cat Lee King and his Cocks, die Bri Cats, Randy Rich and the Poor Boys und einige weitere geboten bekommt. Da kann man glaube ich nicht meckern. Dann wurde ich auf den Big European Wild Records Weekender im belgischen Turnhout aufmerksam. Die Macher von Rockin Around Turnhout und Turnhout Royale veranstalten diesen am 1. und 2. März zusammen Wild Records Europe. 21 Bands sind angekündigt, keine Ahnung wie die das machen wollen in 2 Tagen. Wir werden es sehen - ist gebucht.

 

 

Man hätte nun mit dem Feel the 50s in Venlo Mitte Mai den Sack mit den 5 Ländern zumachen können, wir haben uns aber für das zeitgleiche Rock This Town in Solothurn entschieden und fahren ein zweites Mal in die Schweiz. Da gibt’s Batmobile, Hot Boogie Chillun und Josh Sorheim und weitere. Und da die runden Geburtstage sowieso nicht so wichtig genommen werden sollten, werfen wir einfach auch den 5-Länder-Plan über Bord. Vielleicht aber auch nicht, im November ist ja noch das Rockabilly Bombardment in Österreich oder das Vulcan Rockers Festival auf Teneriffa, mal sehen. Außerdem gibt es noch so viele Festivals in Deutschland, die mit klasse Bands locken. Das Berlin Shake über Ostern, ist schon gebucht und die kostenlosen Rockabilly Days in Freiberg am Neckar sind für uns nah und natürlich interessant. Vielleicht auch noch Let’s Get Wild in Stuttgart über Silvester.

Wie man sieht, kann man unendlich viele Ideen entwickeln und ich bin mir nicht sicher, ob ich mittlerweile alle Veranstaltungen auf dem Schirm habe. Bei manchen stehen die Termine noch nicht fest, bzw. weiß man wohl noch nicht, ob es eine weitere Ausgabe geben wird. Fakt ist, dass es viele sehr engagierte Leute gibt, die viel Zeit und Geld investieren, damit wir eine gute Zeit mit tollen Bands verleben können und Spaß haben. Rahmenprogramm mit Händlern und Old Cars ist auch fast überall geboten und an guten Bands, die ja eigentlich das Wichtigste sind, besteht kein Mangel. Auch über Preise sollte man nicht allzu viel meckern, schaut euch nur mal an was man für Mainstream-Konzerte bezahlen muss! Da ist man für eine Band schnell mal bei dem Betrag, den wir für 15 Bands und ein komplettes Wochenende zahlen. Außerdem ist man unter Gleichgesinnten und verlebt eine stressfreie Zeit. Die Musiker sind oft sehr nahbar und man kann sie aus nächster Nähe auf der Bühne sehen, ohne Videowand! In meiner Liste stehen mittlerweile um die 50 (da ist sie wieder) Festivals und es tauchen immer wieder neue auf. Welche Szene kann denn sonst noch sowas bieten? Wir haben uns inzwischen Karten für 7 Festivals gesichert, weitere sind noch unter Beobachtung und könnten in die nähere Planung aufgenommen werden. Selbst wenn man mehr Zeit und Urlaub zur Verfügung hätte, könnte man Kreuz und Quer durch Europa flitzen und würde nicht alles schaffen, was es an Veranstaltungen gibt. Mal sehen, wie sich die ganze Theorie am Ende in der Praxis umsetzten lässt.


Die ganze Aufzählung ist natürlich bei weitem nicht vollständig und sicher wird jeder eines seiner Lieblingsfestivals im Text vermissen. Es sind auch noch einige weitere Festivals in Frankreich, Kroatien, Italien, UK und Spanien unerwähnt geblieben, aber vielleicht regt der Text den einen oder anderen dazu an, ein wenig im Netz zu stöbern und auch ein paar Plänchen zu machen.

Man sieht sich bestimmt irgendwo.
 

 

Euer
Frank Herboth

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bericht: Frank Herboth
Bild: Rocking Tour - Christian Lindemann

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